"Wir stehen zu Jesus" - Bezirkskindergottesdienst in Charlottenburg

Ein besonderer Sonntag voller Begegnung, Musik und ermutigender Gedanken: Die Kinder aus dem Bezirk Berlin-Brandenburg-West kamen zu einem gemeinsamen Bezirkskindergottesdienst zusammen. Im Mittelpunkt stand das Wort aus Römer 1,16: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben“. Schon beim Ankommen war spürbar: Dieser Tag sollte stärken.

Der Kinderchor gestaltete den Gottesdienst mit.

Der Kinderchor gestaltete den Gottesdienst mit.

Vorbereitung mit Herz und Stimme

Vor dem Gottesdienst gab es zwei Programmpunkte:

Zum einen gestalteten die Kinder bunte Papierherzen. Darauf schrieben sie Mutmach-Sätze oder Dinge, die ihnen Kraft geben, wie:

  • „Du bist wertvoll“,
  • „Du wirst geliebt“,
  • „Du bist toll, so wie du bist.“

Diese Herzen schmückten später den Altarraum und machten sichtbar, was unsere Herzen stark macht.

Parallel dazu traf sich der Kinderchor zu einer Übungsstunde. Mit Konzentration und Freude wurden die Lieder vorbereitet, die den Gottesdienst musikalisch tragen sollten. Vor dem Einzug stimmten die Kinder aus Stimmt mit ein, Nr. 47, „Ich lobe meinen Gott“ an. Das Lied brachte von Anfang an eine positive und dankbare Atmosphäre in den Raum, ein bewusstes Ausrichten auf Gott.

„Ich schäme mich des Heilands nicht“

In seiner Predigt griff Evangelist Olaf Schönicke das Bibelwort auf und erzählte von einer Erfahrung aus seiner Schulzeit. Ein Mitschüler war im Sport nicht besonders begabt und wurde deshalb belächelt. Rückblickend bewegt ihn bis heute, dass er damals nicht den Mut hatte, diesen Jungen zu verteidigen. Dabei hatte dieser ganz andere Talente; er konnte beispielsweise großartig Geschichten erzählen. 

Die Kinder wurden miteinbezogen: Haben wir uns schon einmal geschämt? Vielleicht auch dafür, an Gott zu glauben? Manchmal fällt es schwer, offen zu seinem Glauben zu stehen. Doch genau hier liegt die Botschaft des Paulus: Wir müssen uns nicht schämen. Und vor allem: Gott schämt sich nicht für uns. Er steht zu jedem Einzelnen.

Anschauliche Zeichen am Altar

Mehrere Gegenstände, welche am Altar lagen und von den Kindern nach und nach entdeckt wurden, verdeutlichten diese Gedanken:

  • Eine Wasserflasche – wie Wasser den Durst löscht, so schenkt Jesus neue Kraft für das Herz. Seine Zuwendung versiegt nicht.
  • Ein Kissen – es steht für Ruhe und Geborgenheit. Der Gottesdienst darf ein Ort sein, an dem wir innerlich auftanken.
  • Ein Rettungskissen / Sprungtuch – es fängt auf, wenn jemand fällt. So bietet auch Jesus Rettung und Halt an.

Mut im Alltag

Der Glaube zeigt sich besonders im Alltag – zum Beispiel in der Schule: Wie gehe ich mit anderen um? Stehe ich zu denen, die ausgelacht werden? Verteidige ich jemanden, der schwächer ist? Mut bedeutet, fair zu bleiben und das Richtige zu tun – auch wenn es nicht immer bequem ist. Gott gibt dafür Kraft.

Gottes Wort als Energiequelle

Am Altar lag ebenfalls ein Energieriegel als Bild dafür, dass Gottes Wort unserer Seele Kraft schenkt, ähnlich wie Nahrung unserem Körper. Priester Tobias Nettke erzählte eine persönliche Begebenheit aus seiner Kindheit. Nachdem er ein anderes Kind verletzt hatte, sagte seine Mutter zu ihm: „Gott liebt alle Kinder gleich.“ Dieser Satz wurde für ihn zu einer Art „Energieriegel“ für das Herz – eine bleibende Erinnerung daran, dass Gottes Liebe für alle gilt. Nun ging der Priester auch auf die gestalteten Herzen ein. Diese Sätze, die dort von den Kindern und Eltern auf die Herzen geschrieben wurden, können uns allen als Energie-Geber im Alltag unterstützen.

Einladung und Neubeginn

Diakonin Helena Marko erinnerte an die Einladung Jesu an Zachäus. Obwohl viele Menschen ihn ablehnten, wandte sich Jesus ihm zu und eröffnete ihm einen Neuanfang. Auch diesmal lag ein passender Gegenstand am Altar – eine Einladungskarte. Wir dürfen im Gottesdienst Vergebung erfahren und neu beginnen. Gottes Einladung gilt jedem, auch dir!

Vor dem Abendmahl sang der Chor dann mit der Gemeinde aus Stimmt mit ein, Nr. 89, „Komm sag es allen weiter“. Das Lied griff das Thema des Tages auf: Mutig von Gott zu erzählen und das Gute weiterzugeben.

Ein fröhlicher Ausklang

Zum Abschluss sang der Chor „Hewenu Shalom Alechem. Die Stimmung war spürbar gelöst und fröhlich; ein musikalischer Wunsch nach Frieden, der den Vormittag abrundete.

Beim anschließenden gemeinsamen Fingerfood blieb Zeit für Gespräche, Lachen und Gemeinschaft. Außerdem durfte jedes Kind noch ein buntes Herz mitnehmen. So trägt sich die Botschaft des Tages auch nach Hause.