Den Samstag begannen wir mit einem ausgiebigen Frühstück. Anschließend hatten die Jugendbetreuenden verschiedene Stationsspiele vorbereitet, die die Geschicklichkeit und Teamfähigkeit der Jugendlichen testeten. An einer Station musste man beispielsweise einen Turm aus ungekochten Spaghetti bauen, zum Befestigen gab es jeweils einen Meter Schnur und Klebeband. Zusätzlich musste auf den Turm ein Marshmallow gelegt werden, ohne dass der Turm einstürzt oder das Marshmallow herunterfällt. Zu einem anderen Spiel gehörte eine Decke, auf die sich alle Teilnehmenden stellen mussten und diese umdrehen mussten, ohne dass jemand den Boden berührt.
Nach dem Mittagessen begann die gut besuchte Chorprobe, um den Gottesdienst am nächsten Tag vorzubereiten. Das Gelände bot noch die Möglichkeit, Basketball, Fußball, Volleyball und Tischtennis zu spielen.
Nach dem Abendbrot waren auf einer Wiese für den Candlelight-Talk kleine Inseln aus Picknickdecken vorbereitet, ausgestattet mit Kerzen und Knabbereien. Über Lautsprecher hörten wir erst den Poetry-Slam „Warum“. In kleinen Gruppen diskutierten die Jugendlichen, warum und wann man sich aktiv für Jesus entscheidet. Man könnte leicht sagen, dass die Konfirmation einen Punkt darstellt, an dem man sich für Jesus entscheidet. Viele können aber erst später erfassen, was das wirklich bedeutet. Denn man entscheidet sich jeden Tag neu für Jesus.
In der nächsten Frage ging es darum, warum und wie man seinen Glauben mit anderen teilt. Die Jugendlichen erleben den geschützten Raum, um über ihren Glauben zu sprechen in der Familie, den Jugendgruppen und im Freundeskreis. Unsicherheiten bemerkt man bei typischen Fragen wie „Warum lässt Gott all das Leid zu?“ oder „Seid ihr nicht eine Sekte?“. Die älteren Jugendlichen konnten an dieser Stelle berichten, dass Unsicherheiten dazu gehören und sich mit der Zeit und mit mehr Erfahrung verflüchtigen.
Den Candlelight-Talk beendeten wir mit Wabengebeten. Im Anschluss gab es die Möglichkeit, sich im Kerzenschein weiter zu unterhalten oder anders Gemeinschaft zu erleben.
Zum Gottesdienst überraschte uns Bischof Udo Knispel. Er feierte den Gottesdienst zu dem Bibelwort „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge.“ (Johannes 10,10). Volle Genüge verspürt man vor allem, wenn das irdische Leben gut läuft. Aber das allein reicht nicht, für ein wirklich erfülltes Leben braucht man die Verbindung zu Gott. Man spürt bei Menschen, wenn sie vor Freude sprühen, weil sie Jesus lieben. Und genau das ist der Schlüssel für „volle Genüge“, denn wenn wir unsere Lust am Herrn haben, wird er geben, was das Herz wünscht. Man erlebt Gott, wenn man sich mit seinen Gaben einbringt, gern Christ ist und Jesus in den Vordergrund stellt, ohne sein irdisches Leben zu vernachlässigen. Dennoch verspüren wir oft einen Mangel im Leben. Der Beistand Gottes hilft uns zu sehen, warum Jesus auf die Erde gekommen ist. Nämlich um uns das ewige Leben zu geben, auf das es am Ende ankommt. Manchmal wissen wir aber nicht, wie es weiter geht. Wir sollen Gott vertrauen, er öffnet uns Türen.
Bezirksvorsteher Frank Hinz griff auf, dass wir ein berechtigtes Interesse an Genüge im Leben haben. Wir gehören zu 10% der reichsten Menschen auf der Welt durch Zugang zu sauberem Trinkwasser, warmen Mahlzeiten, Ausbildungsmöglichkeiten und medizinischer Versorgung. In den sozialen Medien kann man am Leben der Superreichen teilhaben und viele Stimmen hören. Allerdings ist dieses Leben nicht das wahre, nur Jesus bringt das wahre Leben und es gilt seine Stimme in all dem Lärm zu hören. Das gestaltet sich schwierig, denn die Welt schreit oft, Jesus nicht. Man kann seine Stimme erkennen, wenn man Gottesdienste besucht, in der Bibel liest und bewusst die Stille sucht.
Priester Philipp Weiher berichtete von der Frage, die Mitmenschen oft stellen, wenn es uns schlecht geht oder das Leid der Welt sehr präsent ist: Wo ist jetzt dein Gott? Im Candlelight-Talk sagte eine Jugendliche, dass Gott für uns nur ein Ziel hat und alles aus dem Weg räumen wird, was dem im Weg steht. Ein leeres Bankkonto, Krankheit und Trauer beispielsweise belasten uns im Leben, haben aber für das ewige Leben keine Relevanz. Wir sollen den Fokus auf das Ewige richten und nicht zu sehr mit Gott hadern, wenn es uns im Natürlichen schlecht geht. Zweifel sind völlig in Ordnung, wir brauchen aber Geduld und Durchhaltevermögen, um Gottes Plan zu sehen.
Es war ein großartiges Wochenende mit bestem Wetter, guten Gesprächen, viel Input und Gemeinschaft. Wir möchten uns bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, und freuen uns auf die nächsten Aktivitäten.
Neuapostolische Kirche